Recyclingverbände warnen vor Verbringungsstillstand und fordern DIWASS-Moratorium
Wegen massiver technischer Probleme beim EU-System DIWASS fordern die Verbände BDSV, bvse und VDM eine Verlängerung der Papier-Übergangsfrist bis Juni 2027 sowie ein Notfall-Moratorium für Altnotifizierungen.
Die Vertretungen der deutschen Metallrecycler fordern eine Ausweitung der Papierdokumentation auf notifizierungspflichtige Abfälle und eine Fristverlängerung bis Mitte 2027, um einen Kollaps der Schrottströme zu verhindern.
In einem gemeinsamen Dringlichkeitsschreiben an das Bundesumweltministerium (BMUKN) schlagen die Spitzenverbände der deutschen Recycling- und Metallbranche (BDSV, bvse, VDM sowie BDE und Die Papierindustrie) Alarm. Grund sind fortbestehende technische Mängel und unzureichende Schnittstellen der neuen EU-Plattform DIWASS (Digital Waste Shipment System), über die grenzüberschreitende Verbringungen seit Mai 2026 abgewickelt werden müssen.
Eine bvse-Mitgliederumfrage ergab, dass bislang keine einzige Notifizierung vollständig und störungsfrei über DIWASS abgewickelt werden konnte. Um einen drohenden Stillstand grenzüberschreitender Schrott- und Rohstoffströme abzuwenden, verlangen die Verbände, die aktuelle Papier-Duldung nicht nur für grüngelistete Abfälle (Anhang VII) zu nutzen, sondern auch auf notifizierungspflichtige Verbringungen auszuweiten.
Konkret fordern die Verbände die Verlängerung der Papier-Übergangsfrist bis mindestens 30. Juni 2027. Zudem sprechen sie sich für eine pauschale einjährige Verlängerung aller im Jahr 2026 auslaufenden Bestandsnotifizierungen aus, um den behördlichen und betrieblichen Notifizierungsstau aufzulösen.
Für deutsche Schrotthändler: Deutsche Schrotthändler müssen sich bei Notifizierungen über DIWASS auf Verzögerungen einstellen, sollten bestehende Genehmigungen fristgerecht prüfen und die behördliche Duldung von Anhang-VII-Papierdokumenten im Transport-Setup sichern.
Für österreichische Schrotthändler: Österreichische Unternehmen im grenzüberschreitenden Schrotthandel mit Deutschland sollten die Schnittstellen zwischen EDM und DIWASS engmaschig beobachten und Ausweichdokumentationen in Papierform bereithalten.
Ref: RR-20260917-06